Huayan-Tempel

Chinas größter und am besten erhaltener Tempelkomplex aus der Liao-Dynastie – Heimat der kolossalen Mahavira-Halle und des legendären “S

Video · Huayan Temple
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IKONISCH

Chinas größter und am besten erhaltener buddhistischer Tempel aus der Liao-Dynastie – Heimat der “Venus des Ostens” (eine 1.000 Jahre alte Bodhisattva-Statue, deren Lächeln ein ganzes Reich überdauert hat), den Bhaga-Sutra-Schrank (ein aus Holz geschnitzter Miniatur-Himmelpalast) und eine Haupthalle, die so weitläufig ist, dass man das Gefühl hat, mitten in einem Gebet zu stehen.

BUZZ

In “Black Myth: Wukong” im Rampenlicht, als „die Seele von Datong“ verehrt, über 4,5 Sterne auf TripAdvisor – und dennoch für internationale Touristen, die innerhalb der alten Stadtmauern direkt daran vorbeigehen, so gut wie unbekannt.

REACH

In der Altstadt von Datong, nur 5 Minuten von der Neun-Drachen-Mauer entfernt – das einfachste Doppelprogramm in Shanxi: erst Drachen, dann göttliche Stille.

ZEITPLAN

Das Morgenlicht (9–11 Uhr) fällt durch die Gitterfenster – ideal von April bis Oktober; leichter Nieselregen unterstreicht die von der Zeit geprägte Würde.

MATCH

Architekturbegeisterte, Liebhaber buddhistischer Kunst, Fans von „Black Myth: Wukong“ und alle, die vor einem 1.000 Jahre alten Lächeln stehen und spüren möchten, wie die Zeit verschwindet – flaches Gelände, barrierefrei.

WERT

~$8–$10 — kann sich mit den besten Sehenswürdigkeiten von Kyoto messen, kostet aber nur ein Zehntel so viel und bietet 31 originale Liao-Statuen sowie absolute Ruhe, ohne dass Menschenmassen zwischen Ihnen und einem Jahrtausend der Stille stehen.

Chinas größter und am besten erhaltener Tempelkomplex aus der Liao-Dynastie – Heimat der kolossalen Mahavira-Halle und des legendären “lächelnden Bodhisattva”, einer Skulptur, die so exquisit ist, dass sie als “Venus des Ostens” bezeichnet wird.”

Einführung

Huayan-Tempel – Der Sonnenkult-Schrein, an dem eine Göttin lächelt

Datong, Shanxi, China | 66.000 m² | Errichtet 1038 | Seit 1961 als nationales Kulturgut der ersten Kategorie ausgewiesen | Nationale Touristenattraktion der Kategorie 4A

Die meisten alten chinesischen Tempel sind nach Süden ausgerichtet. Das ist praktisch ein Gesetz der Sakralarchitektur – von konfuzianischen Ritualhallen bis hin zu buddhistischen Klöstern. Nach Süden ausgerichtet sein. Den Sonnenlauf am Himmel in sich aufnehmen. Der kosmischen Ordnung folgen.

Der Huayan-Tempel ist nach Osten ausgerichtet. Ganz bewusst. Trotziges. In Richtung Sonnenaufgang.

Dies ist Ihr erster Hinweis darauf, dass Sie einen Ort betreten haben, der von Menschen erbaut wurde, die nach ihren eigenen Regeln lebten – den Kitan, einem halbnomadischen Volk, das die Liao-Dynastie gründete und die Sonne mit einer Intensität verehrte, die buchstäblich die Ausrichtung ihrer sakralen Architektur bestimmte. Der Tempel würdigt nicht nur ihre Kultur. Er verkörpert sie – in Holz und Ziegeln und fast tausend Jahren hartnäckigen Überlebens.

Und im Inneren? Chinas größte glasierte Drachenornamente, die vom Dach herabknurren. Die größte noch erhaltene buddhistische Halle aus der Liao- und Jin-Zeit im ganzen Land. Und eine Bodhisattva, die so schön und so unerwartet menschlich ist – die Lippen leicht geöffnet, die Zähne sichtbar, mitten in einem Lächeln erstarrt –, dass Wissenschaftler sie als die „Venus des Ostens“ bezeichnen.

Upper Temple: Der Saal, der alles in den Schatten stellt

Die Mahavira-Halle (大雄宝殿) ist eines dieser Gebäude, bei denen man mitten im Satz verstummt.

Neun Joche breit – 53,75 Meter. Fünf Joche tief – 29 Meter. Es ist Chinas größte erhaltene buddhistische Halle aus der Liao- und Jin-Zeit. Allein das Podest ragt vier Meter über den Innenhof hinaus, und wenn man diese Stufen hinaufsteigt und sich dem Innenraum zuwendet, wirkt die Größe des Bauwerks – diese schiere Holzgewalt – wie eine physische Kraft.

Im Inneren thronen fünf kolossale Buddhas (die Buddhas der fünf Himmelsrichtungen) in den Farben der Ming-Dynastie, flankiert von vierundzwanzig himmlischen Wächtern, deren bemalte Körper sich leicht nach vorne neigen – eine Technik, mit der die Bildhauer den Eindruck erwecken wollten, dass die Figuren mit den Gläubigen unten in Kontakt stehen, als würden sie sich vorbeugen, um zuzuhören. Die Wände erstrahlen in Wandmalereien aus der Qing-Dynastie: 21 riesige Tafeln mit buddhistischen Erzählungen, die mit Mineralpigmenten gemalt wurden und auch nach Jahrhunderten von Weihrauchrauch und Kerzenruß noch immer leuchten.

Jetzt schau mal nach oben. Oder besser noch: Geh nach draußen und schau nach oben.

At each end of the main roof ridge, two glazed chiwen — dragon-headed beasts with gaping jaws — grip the spine of the hall. They are 4.5 meters tall. Each. That’s taller than a mid-size car stood on its bumper. The northern one is the Jin Dynasty original, assembled from eight interlocking glazed ceramic sections, fired nearly 900 years ago. It is the largest ancient glazed chiwen in China — bigger than anything on the Forbidden City’s Hall of Supreme Harmony, bigger than anything in Beijing. It has stared down nine centuries of Shanxi winters, and it looks like it could do nine more without blinking.

Unterer Tempel: Der lächelnde Bodhisattva

Wenn Sie von der Mahavira-Halle aus in Richtung Süden gehen, durch von uralten Bäumen beschattete Innenhöfe, gelangen Sie zur Bhagavata-Sutra-Halle (薄伽教藏殿). Dies ist das älteste Bauwerk des Tempels – aus dem Jahr 1038 n. Chr., als die Liao-Dynastie ihren kulturellen Höhepunkt erreichte – und eines der erhaltenen “Acht großen Holzbauwerke der Liao-Dynastie” in ganz China.

Im Inneren stehen auf einer breiten Altarplattform 31 bemalte Tonfiguren aus der Liao-Dynastie – Buddhas, Bodhisattvas, Schüler, Schutzkönige und himmlische Begleiter. Sie entstanden in einer Zeit, als die Kitan Nordchina beherrschten, als Datong eine sekundäre kaiserliche Hauptstadt war und als die buddhistische Kunst Einflüsse aus der Tang- und Song-Dynastie sowie aus der zentralasiatischen Steppe zu etwas völlig Neuem verschmolz. Die Figuren bewahren die üppige Formensprache der Tang-Dynastie, strahlen aber gleichzeitig die Intimität der Song-Dynastie aus – eine menschliche Wärme, die spätere buddhistische Skulpturen zugunsten von Schema und Konventionen einbüßen sollten.

And then there’s her.

She stands barefoot on a lotus pedestal, body swaying slightly, hands pressed together in prayer. Her face is round, her eyes half-closed in meditation, her robes clinging to her figure with the fluid naturalism that only the greatest sculptors achieve. And her mouth — her lips are parted, her teeth are visible, she is smiling.

Das ist die “Bodhisattva mit gefalteten Händen und entblößten Zähnen” (合掌露齿菩萨), und eigentlich dürfte es sie gar nicht geben.

Die traditionellen chinesischen Sitten verlangten, dass Frauen – geschweige denn weibliche Gottheiten – beim Lächeln niemals ihre Zähne zeigen durften. Es war eine jener unumstößlichen Regeln, wie etwa die, nach Süden zu blicken. Der Bildhauer, der sie schuf, wusste das entweder nicht oder es war ihm egal. Stattdessen schuf er etwas Ehrlicheres: eine junge Frau, die sich in spiritueller Freude verliert, zu aufrichtig glücklich, um an Etikette zu denken, eingefangen in einem unbewachten Moment, in dem Ekstase die Etikette außer Kraft setzt.

Der Historiker Zheng Zhenduo nannte sie “die Venus des Ostens”. Guo Moruo, ein weiterer herausragender Intellektueller des 20. Jahrhunderts, bezeichnete sie als “ein einzigartiges, göttliches Meisterwerk”. Keiner von beiden übertrieb. Sie ist wohl die bewegendste einzelne Skulptur in Nordchina – nicht, weil sie grandios ist, sondern weil sie sich weigert, es zu sein. Sie ist intim. Sie ist lebendig.

Die Bibliothek, die der Schwerkraft trotzt

Look past the bodhisattva — or rather, look around her — and you’ll notice something extraordinary happening on the walls.

The perimeter of the Bhagavata Sutra Hall is lined with 38 interconnected sutra-storage cabinets, built as miniature two-story pavilions linked by flying walkways. This is the tian’gong lou’ge (天宫楼阁) — the “Heavenly Palace Pavilion” wall-library — and it is unique. There is nothing else like it in China. Liang Sicheng, the founding father of Chinese architectural history, called it a “unique treasure under heaven” (海内孤品) and wrote about it with the fervor of a man who had just seen architecture crack open and reveal something impossible inside.

Der Schrankkomplex besteht aus 17 verschiedenen Arten von Konsolensätzen und 37 verschiedenen Balustradenmustern, von denen sich keines wiederholt. Er ist eine vollständige Enzyklopädie der Tischlerkunst der Liao-Zeit im Miniaturformat und hat auf wundersame Weise überdauert, während der Großteil der chinesischen Holzarchitektur verloren ging. Man könnte eine Stunde in diesem einen Raum verbringen und hätte dennoch nicht alles gesehen, was die Handwerker darin verborgen haben.

Nach Osten: Die Sonne der Kitan

Kommen wir noch einmal auf diese Orientierung zurück, denn sie ist wichtiger, als den meisten Besuchern bewusst ist.

Every major building in Huayan Temple faces east. This was not an accident. The Khitan people who founded the Liao Dynasty maintained a sun-worshipping tradition rooted in their steppe origins. Their tents opened east, toward the dawn. Their sacred ceremonies began at sunrise. When they built a temple, they built it according to their cosmology, not Han convention. Huayan Temple is one of the very few surviving large-scale examples of this cultural imprint in Chinese religious architecture — archaeological evidence of a worldview preserved in wood.

The temple’s name itself comes from the Huayan Sutra (the Avatamsaka Sutra), one of Buddhism’s most philosophically ambitious texts — a scripture of interconnectedness, of infinite worlds within worlds, of every particle containing the whole. The Liao emperors were serious Huayan adherents. They commissioned this temple as an imperial ancestral shrine as well as a Buddhist monastery, installing stone and bronze portraits of deceased emperors alongside the Buddhist images. It was a royal cult site, a scriptural powerhouse, and a statement of Khitan cultural confidence — all in one 66,000-square-meter complex.

Was überlebt hat

Die Geschichte des Tempels liest sich wie die Memoiren eines Überlebenden. Errichtet zwischen 1038 und 1062. Teilweise zerstört im Chaos am Ende der Liao-Dynastie. Im Jahr 1140 unter der Jin-Dynastie wieder aufgebaut, einschließlich der Mahavira-Halle. Erneut beschädigt. Von den Ming repariert. Erneut beschädigt. Von den Qing notdürftig instand gesetzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren nur noch die Mahavira-Halle und die Bhagavata-Sutra-Halle übrig – zwei einsame Titanen inmitten von Ruinen.

Praktische Informationen

Ticketpreis
Ca. 57 ¥ (US$8)

Fotogalerie

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